Immobilienkauf – die größten Fehler und wie Käufer sie vermeiden

Eine Immobilie kaufen die meisten Menschen nur wenige Male im Leben. Die Entscheidung bindet nicht selten einen Großteil des eigenen Vermögens und stellt damit entscheidende Weichen für die kommenden Lebensjahre .„Es ist uns sehr wichtig, unsere Kunden hier umfassend zu beraten“, resümiert Dr. Bernhard Bauer, Geschäftsführer der S-ImmobilienService der Stadtsparkasse München GmbH. „Viele Fehler lassen sich ganz einfach vermeiden, wenn die Beratung stimmt“. Die S-Immobilien-News fasst die häufigsten Pannen zusammen und berichtet, wie diese sich verhindern lassen.

1. Die Lage der Immobilie

Eine bewährte Immobilienweisheit lautet „Lage, Lage, Lage“ und bringt es auf den Punkt: Wo sich die Immobilie befindet, ist ganz entscheidend für das individuelle Wohlbefinden. Mit dem Einzug lernt man sein neues Eigentum richtig kennen und kann dabei auch unliebsame Überraschungen erleben. Die Straße neben der wunderschönen Wohnung ist während der Woche deutlich belebter als gedacht, so dass das Einschlafen schwer fällt?

Die Lage der Immobilie ist mindetens genauso wichtig, wie die direkte Nachbarschaft - schließlich möchte man sich in seinem neuen Zuhause langfristig wohlfühlen.

Nicht selten bemerken Käufer erst nach dem Einzug, dass das erworbene Objekt in der Realität in einigen Punkten von der Vorstellung abweicht. „Deshalb empfehlen wir unseren Kunden, die Immobilie mehrmals anzuschauen und dabei sowohl Tageszeiten als auch Wochentage zu variieren“, so Dr. Bauer. „Wichtig ist auch, sich Zeit zu nehmen, durch das neue Viertel zu bummeln und die Atmosphäre wahrzunehmen“. Wo sich jeder am wohlsten fühlt, ist sehr individuell – der eine mag es eher belebt mit vielen Ausgeh-Möglichkeiten, der andere zieht ein sehr ruhiges Viertel vor. „Es lohnt sich auf alle Fälle, nicht nur nach dem günstigsten Angebot zu gehen. Etwas mehr für die persönliche Wunsch-Lage auszugeben, macht sich langfristig durch hohe Zufriedenheit bezahlt und erspart einen eventuell neuen Umzug“, empfiehlt Dr. Bauer.

2. Die Nachbarschaft

Traumwohnung in bester Lage – soweit stimmt schon mal alles. Nach dem Umzug bemerkt der neue Eigentümer, dass die Nachbarn leider nicht immer friedlich gestimmt sind. Egal ob es um die Farbe des Treppengeländers geht oder den neuen Fahrradständer im Hof – stets gibt es einige Parteien, die sich über diese Details streiten. Oder ein überraschender Renovierungsstau macht sich bemerkbar und es stehen unvermutete Ausgaben an, zum Beispielfür den Anteil am neuen Dach. Hier kommen schnell einige zehntausend Euro zusammen.Damit das nicht passiert, sollte sich der Kaufinteressent ausreichend Zeit nehmen, um die Protokolle der Eigentümerversammlung zu sichten.

3. Die Finanzierung

Angesichtes niedriger Zinsen überlegen viele Interessenten eine Finanzierung ohne Eigenkapital. Ist wenig oder gar kein Eigenkapital vorhanden, fallen oft Zinszuschläge an, die das ganze Investment verteuern, sodass eine zu knappe Kalkulation risikoreich sein kann. Experten empfehlen, mindestens 20% des Kaufpreises an Eigenkapital mitzubringen. Wichtig ist auch, den Kreditbedarf richtig einzuschätzen und von Anfang an Kosten für Kauf-Nebenkosten, Renovierung oder Erschließung mit einzuplanen. Dr. Bauer ergänzt: „Und es empfiehlt sich, nicht das ganze Einkommen für die Raten zu verplanen. Es sollte immer genug Geld für unvorhergesehene Ausgaben übrig sein, wenn beispielsweise die Waschmaschine oder das Auto kaputt gehen“.

4. Die Bausubstanz

Insbesondere bei Gebraucht-Immobilien ist es wichtig, sich ausreichend Zeit für eine umfassende Besichtigung zu nehmen. Idealerweise schaut sich der Interessent die Pläne schon vorab an, um dann vor Ort das Objekt bei Tageslicht systematisch anzuschauen. Bei Häusern sind dabei Fassade, Keller und Dach wichtige Punkte, ebenso die Haustechnik von der Heizungsanlage bis zu den Elektroinstallationen. „Einige unserer Makler sind geprüfte Bausachverständige und können so eine professionelle Einschätzung der Immobilie vornehmen“, so Dr. Bauer.

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5. Die Persönliche Lebensplanung

„Durch eine Immobilie ist man zunächst an dieses Objekt langfristig gebunden“, weiß Dr. Bauer. Daher empfiehlt es sich, vor dem Kauf genau zu überlegen, welche Planung man für die nächsten Jahre hat. Ein junges Paar, das sich Kinder wünscht, sollte daher von Anfang an auf ein familienfreundliches Umfeld mit Schulen, Kindergärten und Freizeitmöglichkeiten achten und in der Immobilie gleich Zimmer für die künftigen Sprösslinge einplanen. Auch persönliche Vorlieben spielen eine große Rolle. Einem Stadtmensch mag ein schöner Garten zwar gut gefallen, aber er wird sich wahrscheinlich nicht dauerhaft auf dem Land wohlfühlen. Hier kann sich eine Stadtwohnung mit großem Balkon oder auch ein zusätzlicher Schrebergarten anbieten, um ein dauerhaftes Wohnglück zu gewährleisten.

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