Balkonkraftwerk – die Mini-Solaranlage für den Balkon

Energiegewinnung für Zuhause: Um die hohen Strompreise zu kompensieren, entscheiden sich immer mehr Eigentümer und Mieter für eine Mini-Solaranlage auf dem Balkon. Das Bundeskabinett plant nun Vereinfachungen für deren Installation und Nutzung. Ein Überblick über aktuelle und künftige Regelungen.

30.08.2023 | Unkategorisiert, Wohnen und Leben

Balkonkraftwerk

Laut dem Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur gibt es in Deutschland bereits rund 230.000 Balkonkraftwerke – Tendenz steigend. Bei Installation und Nutzung könnten bald Erleichterungen eintreten: Am 16. August hat das Bundeskabinett das sogenannte Solarpaket verabschiedet. Der Gesetzesentwurf muss nun durch den Bundestag. Stimmt dieser zu, kann das Gesetz bereits Anfang 2024 in Kraft treten. Konkret würde das für Eigentümer und Mieter folgendes bedeuten: Die Anmeldung wäre einfacher, die Anlagen könnten eine Leistung von bis zu 2.000 Watt (derzeit nur 600 Watt) haben und rückwärtslaufende Stromzähler wären erlaubt.

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Was ist ein Balkonkraftwerk?

Bei einem Balkonkraftwerk handelt es sich um eine Mini-Solaranlage für den Balkon oder die Terrasse, bestehend aus einem oder zwei Solarmodulen und einem Wechselrichter. Letzterer wandelt die gewonnene Sonnenenergie in Wechselstrom um – dieser kann wiederum per Stecker in das hausinterne Stromnetz eingespeist werden. Im Gegensatz zur Photovoltaikanlage ist die Solaralternative für den Balkon wesentlich kleiner, leistet dementsprechend jedoch auch weniger Energie.

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Welche Regeln gelten für ein Balkonkraftwerk?

Seit 2017 dürfen Balkonkraftwerke selbst installiert werden. Voraussetzung ist, dass das Solarmodul baurechtlich zulässig und rückbaubar ist. Mietende müssen das Vorhaben unbedingt mit der Vermieterin/dem Vermieter und der Hausverwaltung abstimmen. Wer ohne Erlaubnis montiert, riskiert eine Kündigung. Eigentümerinnen und Eigentümer, die eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus besitzen, benötigen die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft.

Derzeit darf die Wattleistung lediglich 600 Watt betragen, ab 2024 dann möglicherweise bis zu 2.000 Watt. Außerdem sind die Anlagen meldepflichtig – die Anmeldung beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur sind obligatorisch.  

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Kosten und Nutzen des Balkonkraftwerks

Im Gegensatz zu einer Photovoltaik-Anlage ist die Anschaffung eines Balkonkraftwerks deutlich günstiger: Der Preis für ein Solarmodul bis 600 Watt liegt zwischen 400 und 1000 Euro. Daneben muss jedoch mit weiteren Kosten gerechnet werden, zum Beispiel für die Installation der für das Balkonkraftwerk benötigten Wieland-Steckerbuchse. Bundesweite Förderungen gibt es derzeit nicht, allerdings entfällt seit 2023 die Umsatzsteuer. Vereinzelt werden regionale Förderprogramme angeboten – in Bayern beispielsweise in München, Erlangen oder Ingolstadt.

Wenn die Solarmodule richtig ausgerichtet sind, liefert ein 600 Watt-Balkonkraftwerk etwas über 500 Kilowattstunden Strom pro Jahr. Dies entspricht dem Bundesverband für Solarwirtschaft zufolge knapp 20 Prozent des Stromverbrauchs im deutschen Durchschnittshaushalt. Der Aufwand lohnt sich insbesondere bei Südbalkonen ohne Verschattung. Die Solarmodule sollten viel Sonneneinstrahlung erhalten und einen Neigungswinkel von 30 Grad betragen.