Gartenplanung ist nicht leicht: Vor allem dann, wenn es dem Grundstück an Fläche und den Besitzern an Ideen fehlt. In diesem Fall haben wir 11 Tipps parat, mit denen kleine Gärten Größe zeigen.

Tipp 1:  In Zonen planen

Eine der wichtigsten Grundlagen der Gartenplanung ist, das Grundstück in unterschiedliche Bereiche einzuteilen. Besonders wichtig ist das bei kleinen Flächen. Während sich Besitzer*innen kleiner Gärten im Zweifelsfall für eine Kombination aus Terrasse und Grünstreifen entscheiden, haben selbst schmale Mittelhausgärten weit mehr Potenzial. Überlegen Sie deshalb zuerst, wie Sie Ihren Traumgarten gestalten möchten. Wünschen Sie sich einen Platz zum Entspannen, einen Obst- und Gemüsegarten, ein buntes Frühlingsbeet oder alles auf einmal? Schnappen Sie sich einen Stift und bringen Sie ihre Ideen zu Papier, bevor Sie das Grundstück samt Haus maßstabsgetreu aufzeichnen. Teilen Sie den Garten dann in Zonen ein, denen Sie jeweils einen Zweck zuweisen. Ein Bereich zur Entspannung, ein weiterer als Nutzgarten, ein Blumenbeet oder ein Teich mit Fischen?

Tipp 2: Wege anlegen

Planen Sie auch kleine Pfade, damit Sie später von A nach B kommen. Statt kerzengerade schlängeln sich diese durch den Garten – das wirkt natürlicher und gibt dem Grundstück mehr Tiefe. Experimentieren Sie bei der Gestaltung: Da es im kleinen Garten keine langen Wege braucht, lassen sich selbst aufwändige Mosaike aus Flusskieseln mit Leichtigkeit umsetzen. Wer es natürlicher mag, setzt auf Rindenmulch oder verlegt Bruchplatten und pflanzt rundum robuste Bodendecker.

Tipp 3: Materialien kombinieren

Für mehr Struktur im Garten sorgt die Kombination aus Pflanzen, Holz und Steinen. Auch ein Zierbrunnen auf der Terrasse oder ein kleiner Teich bringt Leben in das grüne Wohnzimmer. Ersetzen Sie die Betonfliesen auf der Terrasse beispielsweise durch ein Holzdeck, von dem ein Weg aus Flusskieseln zum Staudenbeet führt. Benjeshecke oder Trockenmauer sorgen für rustikales Flair und machen gleichzeitig Insekten und Kleintieren im Garten eine Freude.  

Tipp 4: Sichtschutz pflanzen

Der Trick in kleinen Gärten: In die Höhe planen! Ein immergrüner Sichtschutz verschönert und schützt vor neugierigen Blicken. Für kleine Gärten am besten geeignet sind immergrüne Pflanzen, die ein dichtes Blattwerk haben aber nicht viel Platz brauchen, etwa der Portugiesische Kirschloorbeer. Ist bereits ein hoher Zaun oder eine Mauer vorhanden, kommen Kletterpflanzen wie Efeu, Hopfen oder auch Kletterhortensien zum Einsatz.

Tipp 5: Fassade begrünen

Ähnlich wie mit dem immergrünen Sichtschutz verhält es sich mit der begrünten Hausfassade: Der Garten gewinnt optisch an Größe. Achten Sie jedoch darauf, dass Kletterpflanzen kontrolliert an der Fassade hinauf ranken, bestenfalls an einem vorgelagerten Gitter, um das Mauerwerk nicht anzugreifen. Insbesondere Vorgärten können durch begrünte Fassaden eine Menge gewinnen und sorgen so für ein romantisches Flair.

Tipp 6: Dekorative Akzente

Egal ob eine alte Wasserpumpe, ein verschlungenes Stück Treibholz, eine große Schale als Vogeltränke oder eine antik anmutende Vase: Highlights wie diese setzen dekorative Akzente und geben kleinen Gärten das gewisse Etwas. Schön auch, um den Vorgarten für sich selbst und Besucher hübsch in Szene zu setzen.

Tipp 7: Umlaufendes Holzdeck bauen

Widmen Sie sich auch den Flächen, die in anderen Gärten ungenutzt bleiben, beispielsweise die Grünstreifen, die seitlich am Haus verlaufen. Insbesondere bei kleineren Grundstücken sind diese Bereiche oft nur wenige Meter breit. Dieser Platz lässt sich beispielsweise nutzen, indem Sie das Holzdeck Ihrer Terrasse um die Hausseiten herum verlängern und daneben etwa eine Bienenweide oder ein Staudenbeet anlegen. Achten Sie hier besonders auf die Lichtverhältnisse – und bestimmen Sie danach, ob Sie sich für sonne- oder schattenliebende Stauden entscheiden. Verläuft einer dieser Bereiche auf der Sonnenseite, machen sich auch Hochbeete mit Kräuter- und Gemüsesorten gut. Doch auch im Schatten wachsen Leckereien wie Salate, Broccoli, Rote Beete, Erbsen oder Spinat.

Tipp 8: Hochbeete anlegen

Sie träumen schon lange von einem kleinen Gemüsegarten? Dann legen Sie ein Hochbeet an. Fehlt der Platz auf der Rasenfläche, passen kleinere Exemplare sogar auf die Terrasse an den Rand oder als Sichtschutz zwischen Essbereich und Sonnenliege. Selbstgebaut können Sie die Konstruktion individuell anpassen, sodass sie perfekt in Ihren Garten passt. Wichtig: Achte Sie auf eine Höhe, in der Sie das Beet ohne den Rücken beugen zu müssen, bearbeiten können. Das erleichtert das Pflanzen sowie die Pflege und Ernte enorm. Achten Sie darauf, dass die Erde nicht austrocknet und immer genug Nährstoffe vorhanden sind. Eine dünne Mulchschicht, etwa aus Rasenschnitt, unterstützt dabei.

Tipp 9: Säulenobst pflanzen

Kleine Gärten in einen Obstgarten verwandeln, in dem ihre Lieblingssorten wachsen? Unbedingt! Setzen Sie im kleinen Garten auf sogenanntes Säulenobst, Sorten, die kaum Platz brauchen, aber dennoch viele Früchte tragen. Von zierlichen Apfelbäumen, auch Ballerinas genannt, bis hin zu Zwetschgen, Kirschen, Birnen oder Sommerkiwis gibt es in Baumschulen eine Vielfalt an Möglichkeiten. Fragen Sie am besten im Gartencenter oder der Baumschule Ihres Vertrauens nach. Die beste Zeit zur Pflanzung ist übrigens zwischen März und April.

Tipp 10: Topfgarten

Wer gerne dekoriert und öfter einmal Veränderung braucht, macht mit einem Topfgarten alles richtig. Von kunstvoll geschnittenen Buchsbäumchen bis hin zu Ihren Lieblingsblumen oder mediterranen Kräutern: Im Topfgarten ist alles erlaubt und er lässt sich je nach Saison beliebig umgestalten. Außerdem ist er flexibel und sogar ab und an für einen Umzug bereit. Denken Sie aber daran, dass auch Topfpflanzen einen festen Standort schätzen. Platz dafür bietet sich beispielsweise entlang der Treppenstufen zum Hauseingang, auf der Terrasse oder auf anderen gekiesten und gepflasterten Flächen. Mit einem automatischen Bewässerungssystem bleiben die Topfpflanzen selbst während eines langen Sommerurlaubes top in Form – und das ganz ohne die Hilfe Ihrer Nachbarn.