Vom Land- zum Stadtleben

Neben den Ur-Münchnern, gibt es in der Landeshauptstadt natürlich auch viele „Zugezogene“. Dass diese jedoch die Stadt mindestens genau so lieben, beschreibt unser Mitarbeiter Marius:

„Seit rund zwei Monaten darf ich mich offiziell Münchner nennen. Das wäre für mich früher undenkbar gewesen. Aufgewachsen bin ich in einem kleinen Dorf im Allgäu. Wohlbehütetes Landleben: Jeder kennt jeden, man grüßt sich auf der Straße und Berge sowie Seen sind für Sport- und Freizeitaktivitäten direkt vor der Haustüre. Alles Dinge, von denen ich gedacht hätte, sie in der Stadt missen zu müssen. Mein Gott, war ich jung und naiv.

Bei der Studienwahl war schnell klar, dass ich aus meiner Komfort-Zone raus und in eine Stadt ziehen musste. Aufgrund des guten Studienangebots und aber natürlich auch wegen der Heimatnähe, habe ich mich für ein Studium in Ulm entschieden. Hier bekam ich die ersten Einblicke ins Stadtleben und dessen Vorzüge. Im Rahmen des Praxissemesters zog es mich dann nach München, also in die Großstadt. Die Stadt, die ich noch nie verstanden habe. Bei zahlreichen Verwandschaftsbesuchen hier in der Kindheit kam mir das öffentliche Straßennetz annähernd so komplex wie ein Jurastudium vor und abgesehen von der Kaufingerstraße und den Wohnungen der Tanten, war München für mich ein Mysterium. Nun gut, alles Jammern hilft halt nichts. Es hieß: „Auf in den Wohnungskampf.“ Wie es der Zufall so wollte, konnte ich über einen Freund zur Zwischenmiete nach Gern ziehen, womit diese nervenaufreibende Strapaze mir zum Glück erspart blieb.

Sonnige Stunden in der Landeshauptstadt

Mit dem Einzug begann dann das Beschnuppern

Der Arbeitsweg war schnell gefunden und somit das erste Licht ins Dunkel des Großstadt-Dschungels gebracht. Der Anschluss in Sachen soziale Kontakte war auch schnell gefunden, da die Arbeitskollegen mich herzlich aufnahmen und sich der Stadterkundung mit mir annahmen. So waren die Hotspots schnell ausgekundschaftet: Feierabend an der Isar, im Glockenbach oder in Schwabing fanden Einzug in die Wochen-Routine. Und so wurde der zweite Teil des Puzzles immer klarer. Nun zog es mich als Dorfkind an den Wochenenden natürlich in die Natur. Laufen, Radeln, Schwimmen, Wandern – wenn das Wetter stimmt, gehört dies zum natürlichen Drang eines Allgäuers. Aber auch dafür gab es schnell Alternativen: Joggen im Olympiapark, im Nymphenburger Schlosspark oder im Englischen Garten fühlte sich nahezu an wie auf den weiten Feldern. Radtouren gibt es um München zur Genüge und auch aufs Schwimmen in einem der zahlreichen Seen um München muss nicht verzichtet werden.

Keine Argumente mehr fürs Land

Alle Vorzüge des Landlebens wurden nach und nach von der Landeshauptstadt revidiert. Selbst die Berge sind in wenigen Fahrtminuten gut erreichbar und der Wander-Enthusiasmus in der Stadt fast noch größer als auf dem Land. Auch die Aussage „München ist das größte Dorf der Welt“ bestätigte sich schnell. Trotz Großstadttrubel fühlt man sich in seinem Viertel schnell zuhause und irgendwie kennt auch wieder jeder jeden. Woher? Wir haben mal zusammengearbeitet. Ein Freund wohnt in der gleichen WG. Eine Freundin hat mit dem schon „obandld“. Wie Zuhause halt.

Das schönste Gefühl jedoch ist es, die Stadt immer besser zu „verstehen“. Das klingt so profan, aber jeder, der schon einmal zu Fuß durch die Stadt gelaufen ist und an zwei U-Bahn-Stationen vorbeikommt, die man sonst nur unterirdisch kennt, und die Verbindung auf der Oberfläche herstellt, kennt das Gefühl. Stadtplan und U-Bahnnetz werden dann immer mehr eins im Kopf, bis man früher oder später kaum noch auf die Pläne schauen muss, wenn man von A nach B möchte.

Der Blick in eine sonnige Münchener Zukunft

Hierbei hilft die Stadt München und die MVG maßgeblich. Kurz nach Ummeldung nach München, bekommt man einen Brief, der die neuen Bürger der Stadt willkommen heißt. Hier findet man umfangreiche Informationen zur Stadt sowie den Freizeit- und Ausflugsmöglichkeiten. Sogar ein kostenloses Probeticket der „IsarCard“ wird einem zum Start in der neuen Stadt mit an die Hand gegeben.
Und so nenne ich mich inzwischen voller Stolz und Freude Wahl-Münchner. Klar fährt man trotzdem hin und wieder gerne in die ursprüngliche Heimat, um alte Freunde und Familie zu treffen oder einfach mal abschalten zu können. Dennoch ist die Landeshauptstadt nun mein neues Zuhause, welches ich so schnell auch nicht mehr missen möchte.“