Klimawandel: Schwammstadt als Chance für modernes Wohnen

Zukunftsstarker Siedlungsbau. Ein Motto, das sich das Bayrische Umweltministerium stärker vor Augen führen möchte. Wasser solle demnach als wesentlicher Baustein gelten, hieß es in einem Termin zu diesem Thema. Der Bayrische Umweltminister, Thorsten Glauber, betonte, man müsse klug für den Klimawandel vorsorgen und die besondere Herausforderung der Städte und Gemeinden unterstützen. „So gelingt es, dass wir auch in Zukunft gut und sicher leben können. Dabei ist die wassersensible Siedlungsentwicklung mit ihrem Schwammstadtprinzip ein zentrales Thema. Denn so machen wir unsere Siedlungen klimafest“, so Glauber weiter.

Daher setzen sich neben dem Bayrischen Umweltministerium auch das Bayrische Landesamt für Umwelt, der DWA-Landesverband Bayern, die Bayrische Architektenkammer, die Bayrische Ingenieurekammer, der Bayrische Städtetag und der Bayrische Gemeindetag dafür ein, dass das Bewusstsein für den Gedanken der Schwammstadt gefördert wird und die Verantwortlichen tatkräftig unterstützt werden.

Was bedeutet Schwammstadt? 

Der Kreislauf der Natur soll in einer Schwammstadt alle Elemente aufgreifen, die zu einer naturverbundenen Standortnutzung führen können. Wie ein Schwamm soll sich auf einem Areal eine unterschiedliche Schichtenfläche befinden, die praktische Materialien und deren Funktion nutzt. Alle wetterbedingten Lagen können dadurch aufgefangen werden und ein gut funktionierender Siedlungsalltag gewährleistet sein.

Schwammstadt als zukunftsstarke Bauform

Für Christine Degenhart, Präsidentin der Bayrischen Architektenkammer steht fest: „Architekten, Stadtplaner, Landschafts- und Innenarchitekten gestalten Räume nicht nur nachhaltig und funktional, sondern haben dabei auch im Blick, dass diese Räume Identität stiften und zur Baukultur beitragen.“

Prof. Dr. Norbert Gebbeken, Präsident der Bayrischen Ingenieurekammer-Bau betont: „Die Gefahr von Starkregen wird von Hausbesitzern oft noch nicht erkannt. Deswegen müssen wir über Möglichkeiten der Gefahrenabwehr informieren. Aber auch die Kommunen sind gefordert, damit auch Straßen und Quartiere hochwasserangepasst entwickelt oder umgestaltet werden.“

Siedlungen und der Klimawandel

Wohnraum und Lebensmittelpunkte dem Klimawandel anpassen. Das Vorhaben klingt zukunftsstark und zugleich anstrengend. Dabei soll Wasser als wesentlicher Baustein gelten und negative Auswirkungen, z.B. überflutete Keller, reduziert werden.

Visualisierungen in der Broschüre „Wassersensible Siedlungsstadt“ verdeutlichen das praktische Vorhaben:

Ende Januar wurde der Leitfaden „Wassersensible Siedlungsentwicklung“ vorgestellt und Wasser als wichtigstes Lebensmittel bejubelt. Durch den Klimawandel wird der Wasserhaushalt verändert und das wirkt sich auch auf unser tägliches Leben aus: auf der einen Seite Starkregen, Hochwasser und damit verbundene Schäden, auf der anderen Seite Dürre, Hitze und deren Folgen. Eine gute „grün-blaue“ Infrastruktur kann hier wirkungsvolle Vorsorge leisten: Hochwasser abmildern und Wasser für Dürrezeiten und vor allem für Begrünung speichern. Begrünung und naturnahe Wasserläufe wiederum helfen, Temperaturen zu begrenzen und auch die Artenvielfalt zu erhöhen. So können unsere Städte und Gemeinden auch in Zukunft lebenswert und attraktiv sein. Diese Gedanken müssen aber schon bei den ersten Ideen zur Siedlungsentwicklung eine Rolle spielen. Dann können multifunktionale Flächennutzungen sorgfältig geplant werden und der Aufwand begrenzt bleiben. Für die Kooperationspartner des Umweltministeriums gilt: Der Gedanke der Schwammstadt soll gefördert und die Verantwortlichen tatkräftig unterstützt werden. Weitere Informationen zum Leitfaden gibt es in der Broschüre „Wassersensible Siedlungsstadt“. Hier können Sie die Broschüre herunterladen.